Versteckte Emissionen: Ernährung, Konsum, Beschaffung

Eine wichtige Quelle von Treibhausgasemissionen übersehen wir leicht: In fast allen Produkten, die wir kaufen, steckt Energie. Denn auch Herstellung, Transport, Lagerung und Entsorgung oder Recycling – somit alle Stationen auf dem Lebensweg eines Produktes neben der Nutzung –  verbrauchen Energie. Während des „Lebens“ eines Handys ist nicht allein der Strom relevant, den wir durch telefonieren verbrauchen. Andere Phasen des so genannten Produktlebenszyklus, wie Rohstoffgewinnung, Herstellung, Verpackung und Wiederaufbereitung verbrauchen ebenfalls Energie – teilweise sogar sehr viel.

Laptop: Produktionsenergie beeinflusst Emissionen

So macht beispielsweise die Herstellungsphase eines Laptops einen ganz erheblichen Teil der Treibhausgasemissionen aus, die über dessen Gesamtlebenszyklus ausgestoßen werden. Studien kommen zu Ergebnissen zwischen etwa einem Viertel bis weit über die Hälfte der Emissionen! Ausschlaggebend für die Höhe der Emissionen sind dabei unter anderem die verwendeten Rohstoffe und ihre Gewinnung, die eingesetzten Energiequellen und die Effizienz des Energieeinsatzes in der Produktion. Wie groß der Anteil der Herstellung ist, hängt allerdings auch maßgeblich vom Energieverbrauch des Laptops während seiner Nutzung ab.

Ein komplizierter "Rucksack" an Treibhausgasen

Doch nicht nur in Technologieprodukten wie Computern verbergen sich „versteckte Emissionen“. Ob Büromaterialien, Nahrungsmittel oder Dienstleistungen: Fast alle Produkte werden unter Einsatz von Energie hergestellt und sorgen daher in der Regel für CO2-Emissionen. Die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte führt außerdem zum Ausstoß der Treibhausgase Methan und Lachgas.

Den „Rucksack“ an Treibhausgasen zu berechnen, den ein Produkt mit sich führt, ist gar nicht so leicht. Aus diesem Grund gibt es bisher nur für wenige Produkte umfassende Ökobilanzen. Die berechneten Werte eignen sich oft nur eingeschränkt zur Verallgemeinerung und auch verlässliche Durchschnittswerte liegen in den wenigsten Fällen vor. Die existierenden Studien können aber durchaus Hinweise geben, welche Produkte in unserem beruflichen und privaten Alltag besonders viele Treibhausgase erzeugen. So entfallen rund 14 Prozent der Treibhausgasemissionen eines durchschnittlichen Deutschen auf die Ernährung. Der restliche Konsum schlägt gar mit 28 Prozent zu Buche. Die Abweichungen vom Durchschnitt können im Einzelfall allerdings sehr groß sein.

Ernährung: Tierische Produkte belasten das Klima besonders

Eine Käse- und Fleisch reiche Ernährung etwa belastet das Klima deutlich stärker als der Verzehr von Gemüse und Beilagen wie Kartoffeln. Eine Studie des Öko-Instituts zeigt sehr deutlich, dass vor allem verarbeitete Milchprodukte wie Käse und Butter sowie Rindfleisch einen großen „Treibhausgas-Rucksack“ mitbringen. Außerdem gilt: Je intensiver ein Produkt verarbeitet wurde, desto mehr Emissionen sind bei der Herstellung entstanden. Bio-Lebensmittel erweisen sich als etwas klimafreundlicher als konventionell erzeugte Produkte. Wer allerdings mit dem Auto zum Bio-Supermarkt fährt, macht diesen Vorteil schnell zunichte.