Heizen und Stromverbrauch

Der größte Teil der deutschen Treibhausgasemissionen geht auf die Erzeugung von Strom, Heizwärme und Warmwasser zurück. Trotz des steigenden Anteils erneuerbarer Energien – gut 16 Prozent des Stroms werden heute mithilfe erneuerbarer Energieträger erzeugt – und des sinkenden Einsatzes von Stein- und Braunkohle besteht hier also immer noch der größte Einsparbedarf.

Steigender Stromverbrauch

Das bezieht sich auf alle wirtschaftlichen Bereiche: Denn die Industrie ist mit einem Anteil von ca. 28 Prozent zwar weiter der größte Stromverbraucher in Deutschland, doch die privaten Haushalte und die Sektoren Gewerbe, Handel und Dienstleistungen haben seit den 90er Jahren deutlich zugelegt. Im Jahr 2007 lag der Stromverbrauch deutscher Haushalte um 20 Prozent, der des Dienstleistungssektors sogar um 25 Prozent über dem des Jahres 1990. Für den Anstieg ist vor allem die zunehmende Ausstattung mit Elektrogeräten verantwortlich. Zehn Prozent des Stromverbrauchs gehen heute allein auf die Informations- und Kommunikationstechnik zurück.

Digitalkamera, Notebook, Spielkonsole, Drucker, Handy oder Fernseher – die Reihe von Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik, die sich in heutigen Haushalten befinden, ließe sich fortsetzen. Um den Strombedarf dieser Geräte zu decken, werden allein in Deutschland zehn Kraftwerke benötigt. Aktivitäten von Googeln bis Drucken verursachten in Deutschland im Jahr 2007 rund 33 Millionen Tonnen CO2-Emissionen. Die Verwendung sparsamerer Geräte kann hier ebenso wie beispielsweise das Vermeiden unnötiger Standby-Phasen noch viele Emissionen einsparen. (Informationen aus der Broschüre des Umweltbundesamtes „Computer, Internet und Co. Geld sparen und Klima schützen.“,)

Heizung und Haustyp machen den Unterschied

Der Verbrauch von Heizenergie in privaten Haushalten ist dagegen seit einigen Jahren rückläufig. Dennoch sind die Haushalte durch die Nutzung von Brennstoffen wie Heizöl und Erdgas für immerhin elf Prozent der deutschen Gesamtemissionen verantwortlich. Etwa ein Fünftel der CO2-Emissionen eines Privathaushaltes gehen durchschnittlich auf das Heizen zurück.

Je nach Art der Heizung und des Haustyps gibt es aber große Unterschiede. Eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt: Ölheizungen liegen beim Treibhausgasausstoß ganz vorne, aber auch das Heizen mit Gas erzeugt erhebliche Emissionen. Im unsanierten Altbau schlagen allerdings auch vergleichsweise umweltfreundlichere Heizungen noch mit hohen Emissionen zu Buche (siehe unten zum Download verfügbare Grafik). Hier zeigt sich der insgesamt deutlich höhere Verbrauch insbesondere aufgrund mangelhafter Wärmedämmung. Nicht in die Studie einbezogen wurden unterschiedliche Verhaltensweisen der Hausbewohner: Selbstverständlich lässt sich der Verbrauch von Heizenergie auch durch richtiges Heizen und Lüften reduzieren.